Konstanttemperaturkessel: veraltetes Heizungssystem

Wenn Sie sich für eine Heizungsmodernisierung interessieren, werden Sie mit unserem Artikel über den Konstanttemperaturkessel weniger eine moderne Alternative zu Ihrem jetzigen Heizungssystem finden. Hier erfahren Sie vielmehr, warum Sie dringend eine Heizungsmodernisierung vornehmen sollten, sofern Sie einen Konstanttemperaturkessel betreiben.

Denn diese Heizkessel sind aufgrund ihrer hohen Energieverluste und anderer gravierender Nachteile nicht mehr zeitgemäß und sollten durch moderne Heizsysteme ersetzt werden. Wir erklären Ihnen, warum das so ist und empfehlen Ihnen bessere Alternativen.

Konstanttemperaturkessel

Inhaltsverzeichnis

Konstanttemperaturkessel: Nachteile und Gründe für einen Heizungstausch in der Übersicht

  • Veraltete Heiztechnik
  • Geringer Wirkungsgrad von ca. 70 Prozent
  • Dauerhafte Höchsttemperaturen von 70 – 90°C
  • Ständige Betriebsbereitschaft
  • Dadurch hohe Energieverluste
  • Strahlungswärme rund um den Heizkessel
  • Verluste durch Wassermischung
  • Nicht an die Umgebungstemperatur anpassbar
  • Gas- oder Öl-betrieben

Wie arbeitet ein Konstanttemperaturkessel?

Konstanttemperaturkessel erwärmen Wasser – wie auch andere Systeme –, indem Wasser durch das Vorlaufrohr strömt. Durch einen Temperaturfühler wird die benötigte Ausgangstemperatur des Heizwassers ermittelt und an die Elektronik der Heizungsanlage übermittelt. Im Brenner wird das Wasser erhitzt und strömt schließlich zum Verbraucher wieder aus dem Heizsystem aus.

Konstanttemperaturkessel praktisch immer in Betrieb

Dabei muss der Konstanttemperaturkessel aber – anders als bei modernen Heizsystemen – ständig auf hoher Temperatur betrieben werden. Um Korrosion zu vermeiden und weil die meisten Bauteile des Heizsystems dafür anfällig sind, muss der Konstanttemperaturkessel eben konstant auf ca. 60°C gehalten werden – und das auch, wenn die benötigte Vorlauftemperatur darunter liegt und gar kein heißes Wasser benötigt wird.

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Warum ist ein Konstanttemperaturkessel ineffizient?

Das ist ein erster gravierender Grund dafür, dass ein Konstanttemperaturkessel ineffizient ist. Er muss während der Heizperiode für die Heizung voll durchlaufen und für die Warmwasserbereitung praktisch das ganze Jahr. Dadurch ergeben sich natürlich hohe Bereitschaftsverluste und auch die Abgastemperaturen und die damit verbundenen Abgasverluste sind sehr hoch.

Austauschpflicht: Wann muss ein Konstanttemperaturkessel raus?

Konstanttemperaturkessel sind in vielen Fällen von der gesetzlichen Austauschpflicht betroffen. Entscheidend ist nicht nur das Baujahr der gesamten Heizungsanlage, sondern vor allem der Typ des Heizkessels.

Grundsätzlich gilt: Öl- und Gasheizkessel, die älter als 30 Jahre sind und weder Niedertemperatur- noch Brennwertkessel sind, dürfen in vielen Fällen nicht weiter betrieben werden. Das betrifft besonders alte Standard- und Konstanttemperaturkessel.

  • Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel sind in der Regel nicht von der Austauschpflicht betroffen.
  • Anlagen mit sehr kleiner oder sehr großer Leistung können ebenfalls ausgenommen sein.
  • Eigentümerinnen und Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern können unter bestimmten Voraussetzungen ausgenommen sein, wenn sie das Haus bereits seit dem 1. Februar 2002 selbst bewohnen.
  • Bei einem Eigentümerwechsel greift die Austauschpflicht meist wieder. Die neuen Eigentümer haben dann in der Regel zwei Jahre Zeit, den alten Heizkessel auszutauschen.
  • Alter und Kesseltyp sollten einmal fachlich geprüft werden, zum Beispiel durch einen Heizungsfachbetrieb oder den Schornsteinfeger.
Heizung austauschen Gesetz 2020
Der Austausch des Konstanttemperaturkessels hat für Sie auch finanzielle Vorteile, denn moderne Heizungen verbrauchen deutlich weniger Energie bei gleichzeitig höherer Effizienz.

Konstanttemperaturkessel, Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel im Vergleich

Konstanttemperaturkessel, Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel gehören zwar alle zu den klassischen Heizkesseln, arbeiten aber sehr unterschiedlich. Der wichtigste Unterschied liegt darin, wie flexibel die Anlage auf den tatsächlichen Wärmebedarf reagiert.

Ein Konstanttemperaturkessel hält seine Kesseltemperatur dauerhaft auf einem hohen Niveau. Das war früher technisch notwendig, damit sich im Kessel kein Kondenswasser bildet und keine Korrosion entsteht. Der Nachteil: Auch wenn im Haus gerade nur wenig Wärme benötigt wird, bleibt der Kessel heiß. Dadurch entstehen hohe Bereitschaftsverluste. Genau deshalb gelten Konstanttemperaturkessel heute als veraltet.

Ein Niedertemperaturkessel arbeitet bereits flexibler. Er kann seine Temperatur stärker an den Wärmebedarf anpassen und muss nicht dauerhaft mit sehr hohen Temperaturen laufen. Das spart im Vergleich zum Konstanttemperaturkessel Energie. Trotzdem nutzt er die im Abgas enthaltene Wärme nicht vollständig aus.

Noch effizienter ist ein Brennwertkessel. Er nutzt zusätzlich die Wärme, die im Wasserdampf der Abgase steckt. Dafür werden die Abgase so weit abgekühlt, dass Wasserdampf kondensiert und weitere Wärme an das Heizsystem abgegeben werden kann. Besonders gut funktioniert das bei niedrigen Rücklauftemperaturen, also zum Beispiel mit gut eingestellten Heizkörpern, Fußbodenheizung oder nach einem hydraulischen Abgleich. Brennwerttechnik nutzt die Kondensationswärme aus dem Abgas; der Nutzen hängt stark von der Rücklauftemperatur der Heizungsanlage ab.

Konstant­temperatur­kesselNieder­temperatur­kesselBrennwert­kessel
Funktions­weiseArbeitet dauerhaft mit hoher Kessel­temperaturPasst die Temperatur besser an den Wärme­bedarf anNutzt zusätzlich Wärme aus den Abgasen
VorteilRobuste alte TechnikEffizienter als Konstant­temperatur­kesselDeutlich effizienter als alte Kessel­technik
NachteilHohe Energie­verluste, veraltet, oft austausch­pflichtigNutzt Abgas­wärme nicht vollständigAm besten bei niedrigen Rücklauf­temperaturen
Heute sinnvoll?NeinNur im Bestand relevantAls fossile Übergangs­lösung möglich, aber nicht immer zukunfts­sicher

Warum ein Niedertemperaturkessel keine moderne Lösung mehr ist

Auf den ersten Blick klingt der Umstieg vom Konstanttemperaturkessel auf einen Niedertemperaturkessel sinnvoll. Schließlich arbeitet ein Niedertemperaturkessel sparsamer und flexibler. In der Praxis ist das aber meist keine zukunftssichere Lösung mehr.

Der Niedertemperaturkessel war vor allem ein Zwischenschritt zwischen alter Standardtechnik und moderner Brennwerttechnik. Er senkt die Kesseltemperatur, wenn weniger Wärme gebraucht wird, und reduziert dadurch Abgas- und Abstrahlverluste. Gegenüber einem Konstanttemperaturkessel ist das ein Fortschritt.

Trotzdem bleibt ein Niedertemperaturkessel technisch hinter moderner Brennwerttechnik zurück. Er nutzt die im Wasserdampf der Abgase enthaltene Energie nicht gezielt aus. Genau hier liegt der entscheidende Effizienzvorteil eines Brennwertkessels. Niedertemperaturkessel werden daher vor allem noch im Bestand betrachtet, sind aber keine erste Wahl für eine Heizungsmodernisierung.

Wichtig ist außerdem: Ein alter Konstanttemperaturkessel lässt sich nicht einfach durch eine kleine Anpassung in einen Niedertemperaturkessel verwandeln. Viele alte Kessel sind aus Materialien gebaut, die niedrige Temperaturen und Kondenswasser schlecht vertragen. Würde man sie dauerhaft mit zu niedriger Temperatur betreiben, könnte Korrosion entstehen.

Warum Brennwerttechnik effizienter arbeitet

Ein Brennwertkessel arbeitet nicht nur mit dem Heizwert des Brennstoffs, sondern nutzt zusätzlich einen Teil der Wärme aus dem Wasserdampf im Abgas. Diese Wärme ging bei alten Konstanttemperaturkesseln größtenteils über den Schornstein verloren.

Damit der Brennwerteffekt gut funktioniert, muss das Heizungswasser möglichst kühl in den Kessel zurückfließen. Je niedriger die Rücklauftemperatur, desto besser kann der Wasserdampf im Abgas kondensieren. Deshalb lohnt es sich, vor oder während des Heizungstauschs die gesamte Anlage prüfen zu lassen.

Sinnvoll sind zum Beispiel:

  • ein hydraulischer Abgleich,
  • richtig eingestellte Heizkurven,
  • größere oder zusätzliche Heizkörper,
  • gut gedämmte Heizungsrohre,
  • eine bessere Gebäudedämmung,
  • oder eine Flächenheizung wie Fußboden- oder Wandheizung.

Worauf Konstanttemperaturkessel Heizung umrüsten?

Es gibt eigentlich kein anderes Heizungssystem, dass diese Reihe von deutlichen Nachteilen eines Konstanttemepraturkessels noch übertreffen kann. Daher lohnt sich der Heizungswechsel auf praktisch jede andere Heizungssystem. Ein reiner Austausch gegen eine neue Öl- oder Gasheizung ist heute allerdings oft nicht die beste Lösung. Zwar kann ein moderner Brennwertkessel deutlich effizienter arbeiten als ein alter Konstanttemperaturkessel. Langfristig sind aber auch gesetzliche Vorgaben, CO₂-Kosten und die Entwicklung der Brennstoffpreise zu berücksichtigen.

Es gibt viele moderne Heizsysteme, die wesentlich effektiver arbeiten und mit denen Sie auch mit erneuerbaren Energien heizen können, wie z.B.:

  • moderne Gasheizungen
  • Solarthermie, z.B. für Warmwasseraufbereitung oder Heizungsunterstützung
  • Pelletheizungen bzw. Holzheizungen oder andere Biomasseheizung
  • Wärmepumpe
  • Anschluss an ein Wärme- oder Gebäudenetz
  • Hybridheizung
  • eine Kombination aus mehreren Heizungssystemen

Für private Eigentümerinnen und Eigentümer bestehender Wohngebäude läuft die Heizungsförderung derzeit über die KfW. Gefördert werden unter anderem solarthermische Anlagen, Biomasseheizungen, Wärmepumpen, Brennstoffzellenheizungen sowie Gebäude- und Wärmenetzanschlüsse. Für private Wohngebäude nennt die KfW einen Zuschuss von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten.

Der beste Ersatz hängt vor allem davon ab, wie hoch die benötigte Vorlauftemperatur im Haus ist. Wenn Ihr Gebäude bereits mit niedrigen Temperaturen auskommt, kann eine Wärmepumpe sehr gut passen. Wenn noch hohe Vorlauftemperaturen nötig sind, kann es sinnvoll sein, zuerst Heizkörper, Dämmung oder die Regelung der Anlage zu verbessern.

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